Frauenpolitik ohne Bewegung - wohin bewegt sich die Frauenpolitik?

Frauenpolitische Veranstaltung des GRÜNEN Landesverbandes in Hannover

FrauenVAGruppe

Frauenpolitik ist in die Jahre gekommen. Vielfach wird sie als antiquiert, unmodern oder "wenig sexy" wahrgenommen. Öffentliche Aufmerksamkeit scheint Frauenpolitik nur noch zu erlangen, wenn sie - als Eva-Prinzip getarnt – die Rückkehr der Frau an den heimischen Herd fordert. Vor diesem Hintergrund hat der grüne Landesverband Niedersachsen am 5. Mai 2007 zu einer frauenpolitischen Veranstaltung unter dem Titel "Frauenpolitik ohne Bewegung? – wohin bewegt sich die Frauenpolitik?" (nach Hannover) eingeladen.

Cosima Schmitt, Politikredakteurin der taz, machte deutlich, dass das enorme Interesse an den "Eva-Thesen" keinen gesellschaftlich getragenen Rückschritt in der Frauenpolitik darstellt, sondern der Feminismus in der öffentlichen Diskussion vielmehr an Akzeptanz gewinnt und dieses Thema aktuell in vielen politischen Lagern neu durchdacht wird. Der vielfach belächelte Feminismus, so Schmitts These, sei sehr erfolgreich gewesen und nicht verstaubt, sondern hochmodern. Als Vertreterin der jungen Frauengeneration sprach sich Schmitt jedoch für eine Frauenpolitik aus, die sich vor allem an pragmatischen Lösungen für den Frauenalltag orientiert.

Dr. Birgit Riegraf, Politikwissenschaftlerin und Soziologin an der Universität Bielefeld machte neben den Erfolgen der Frauenbewegung und –politik auch auf die Gefahren der Etablierung von Frauenpolitik aufmerksam.

Riegraf Eigentlich sei die Institutionalisierung von Frauenpolitik ein Erfolgsmodell, weil die Gleichstellungsfrage damit in der Gesellschaft angekommen ist, es haben sich dabei allerdings nicht nur die politischen Strategien verändert, sondern die Frauenpolitik hätte tendenziell auch an Radikalität verloren. Darüber hinaus seien Fraueninteressen heute so vielfältig, dass ein gemeinsames  Fraueninteresse abhanden gekommen oder zumindest schwerer darstellbar geworden sei.

Frauenperspektiven in allen Politikbereichen noch deutlicher hervor zu heben und ein neues Selbstverständnis zwischen Männern und Frauen zu etablieren sind die Herausforderungen, denen sich Frauenpolitik künftig stellen muss.

 

Unter der Frage "Ist Frauenpolitik heute Familienpolitik" machte Ursula Helmhold, frauenpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, auf die vielfältigen frauenpolitischen Fragestellungen aufmerksam, die weit über die Frage von Krippen und Kitaplätzen hinausgehen. "Frauenpolitik ist mehr als Mütterpolitik", so die Landtagsabgeordnete, "denn die Fragen reichen von frauengerechter Gesundheitspolitik, der gerechteren Verteilung von Fürsorge- und Pflegearbeit bis hin zur logisch konsequenten - Forderung, Männer zu 50 Prozent an der Erziehungszeit zu beteiligen!" Helmhold

 

Auditorium In der anschließenden regen Diskussion zeigte sich die Vielfältigkeit der von Frauen formulierten Interessen und Forderungen an die Politik. So stellte auch Dorothea Steiner, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen in ihrem Schlusswort fest, dass es heute nicht mehr "die" Frauenpolitik gibt, sondern verschiedene Interessen und Zielgruppen von Frauenpolitik – diese zu berücksichtigen und zusammenzuführen sei eine Aufgabe zukünftiger grüner Frauenpolitik.

 

Referate und Statements zur Veranstaltung

Referat Cosima Schmitt

Referat PD Dr. Birgit Riegraf

Referat Ursula Helmhold

Beitrag Anne Bonfert

Statement Barbara David

Statement Miriam Staudte

Statement Brigitte Vollmer-Schubert

Statement Martina Weiß

Statement Ruth Wenzel

 

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