Neue Schule für Niedersachsen steht: Vom Konzept zur Umsetzung

Landesarbeitsgemeinschaft von Bündnis 90/Die Grünen präsentiert Schulkonzept

In einer gut besuchten Veranstaltung haben die niedersächsischen Grünen am Freitag, den 15.06.2007  in Hannover ihr Konzept einer Neuen Schule mit Umsetzungsschritten vorgestellt.

Hermann Schulze, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft, zeigte sich erfreut, nach einer intensiven Dialogphase mit den niedersächsischen Kreisverbänden, Fachveranstaltungen sowie einer Verbändeanhörung nun passend zur Landtagswahl und der Programmdiskussion seiner Partei einen überzeugenden  schulpolitischen Entwurf vorlegen zu können. Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, stellte das Konzept vor.

NeueSchule

Steffen Mallas (Grüne Jugend Niedersachsen), Christa Goetsch, (Vorsitzende der GAL-Fraktion Hamburg), Hermann Schulze (Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Schule), Bernd Siegel (Vorsitzender des Stadtelternrates Oldenburg), Ina Korter (schulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion) & Karl-Martin Hentschel (Fraktionsvorsitzender der schleswig-holsteinischen Landtagsfraktion) diskutieren das Grüne Konzept der Neuen Schule


Die Grünen wollen nach der Kindertagesstätte mit echtem Bildungsauftrag und anspruchsvollen Qualitätsstandards eine Neue Schule in Niedersachsen, in der anstelle von Lernen im Gleichschritt jedes Kind individuell gefördert wird. Sie wird von allen Kindern, auch denjenigen mit besonderem Förderbedarf, neun Jahre lang gemeinsam besucht. Die Schüler erhalten ihre individuelle Zeit für das Lernen durch flexible Stufen.

Sitzenbleiben und Abschulung gibt es nicht mehr. Die Schülerinnen und Schüler lernen alters- und leistungsgemischt, weil sie miteinander und voneinander besser lernen.

Neue Formen der Lern- und Leistungsbeurteilung fördern die Selbsteinschätzung, das eigenverantwortliche Lernen soll gestärkt werden. 

Die Neue Schule ist eine Ganztagsschule für alle mit gesundem Mittagessen und Bewegungs-, Sport und Kreativangeboten. Sie vergibt zunächst alle anerkannten Abschlüsse der Sekundarstufe I.

Ehrgeiziges Ziel: „Jedes Kind soll die Schule mit einem Abschluss verlassen“, formulierte Ina Korter, „und jede Schule ist verantwortlich für den Lernerfolg ihrer Schülerinnen und Schüler.“

Durch die Neue Schule wollen die Grünen die soziale Auslese des Schulsystems überwinden, Schul- und Unterrichtsqualität verbessern und Kinder von Migrantinnen und Migranten besser fördern.

Ina Korter beschrieb, wie sich die Grünen die Umsetzung des Modells nach der Landtagswahl 2008 vorstellen:
Die Neuen Schulen sollen durch pädagogische Weiterentwicklung und Umstrukturierung der bestehenden Schulen entstehen. Zunächst solle mit einer Qualifizierungsoffensive für die Lehrkräfte begonnen werden, alle Schulen müssten zudem ein Programm entwickeln, wie sie das Sitzen bleiben und die Abschulung in Zukunft vermeiden wollten. Bei der Neueinstellung der Lehrerinnen und Lehrer würde dann ein Lehrermix vorgenommen, damit an allen Schulen verschiedene Professionen zum Einsatz kommen könnten. Ab 2009 sollten die Förderschulen in allgemeine Schule überführt werden und ab 2011 der 5. Jahrgang aller öffentlichen Schulen mit der Neuen Schule beginnen. 

Dass die Neue Schule gelingen kann, bewiesen die Vorträge der beiden Schulleiter Dieter Hermann und Wolfgang Vogelsänger über ihre Schulen, die  Glockseeschule Hannover und die IGS Göttingen. Beide betonten, dass die Schülerinnen und Schüler in gemeinsamen Schulen mit heterogen zusammengesetzter Schülerschaft besser lernen, mehr Selbständigkeit und Selbstbewusstsein entwickeln und zu stärkeren Leistungen gelangen. Sie machten den Grünen Mut, ihr Konzept deutlich zu vertreten und umzusetzen.

In einer Podiumsrunde diskutierten abschließend Christa Goetsch, Fraktionsvorsitzende der GAL Hamburg, Karl-Martin Hentschel, Fraktionsvorsitzender der Grünen Schleswig-Holstein, Ina Korter, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der niedersächsischen Grünen, Bernd Siegel, Vorsitzender des Stadtelternrates Oldenburg und Steffen Malles, Vorstand der Grünen Jugend Niedersachsen, unter der Moderation von Hermann Schulze mit dem Publikum über Konzept und  Umsetzungsstrategien.

In ihrem Schlusswort zeigte sich Ina Korter optimistisch, dass man mit Begeisterung und einem überzeugenden Konzept große Chancen habe, einen Wahlerfolg zu erzielen, damit die guten Ansätze auch zur Umsetzung gelangen könnten. Die erfolgreiche Zusammenarbeit der norddeutschen Grünen in der Bildungspolitik sei dabei eine große Hilfe und Unterstützung.

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