
Armutszeugnis für Althusmann
Grüne fordern Konsequenzen aus dem Bildungsmonitor
"Die Ergebnisse des neuen Bildungsmonitors sind wieder mal ein verheerendes Armutszeugnis, darüber können auch die Beschönigungsversuche von Kultusminister Althusmann nicht hinwegtäuschen", kommentierte Stefanie Henneke, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Niedersachsen, die Veröffentlichung des Berichts der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft am Freitag (heute) in Hannover. Schnelle Abschlüsse allein seien kein Maßstab für Qualität, gerade hier hinke das Land aber weiter hinterher.
Die Studie zeige unter anderem auf, dass in Niedersachsen besonders viele Schülerinnen und Schüler pro Pädagoge zu betreuen sind. "Es wird am falschen Ende gespart, wenn nicht genügend Lehrerinnen und Lehrer und weiteres pädagogisches Fachpersonal zur Verfügung stehen", so die Landesvorsitzende. "Der bevorstehende Rückgang der SchülerInnenzahlen muss genutzt werden, um dieses Missverhältnis zu beseitigen." Seit Jahren schneide Niedersachsen zudem besonders schlecht ab, wenn man die Erfolge von Kindern aus bildungsfernen Schichten und die Abiturientenquote betrachte. "Das ist ein Auswuchs der überkommenen Selektionsideologie in der Bildungspolitik von Schwarz-Gelb", bewertete Henneke die Zahlen.
Außerdem könnte sich der Minister die derzeit hochkochenden Debatten über Abschulung sparen, wenn er sich endlich davon verabschieden würde, 10-jährige Kinder zu klassifizieren und auf unterschiedliche Schulformen zu verteilen. Stattdessen sollte Althusmann lieber mehr Anstrengungen darauf verwenden, die Chancen für Kinder mit Migrationshintergrund zu verbessern, schlug die Grünen-Politikerin vor. In diesem Bereich steht Niedersachsen nach den Ergebnissen des Bildungsmonitors ebenfalls schlecht da. Der schleppende Ausbau der Kinderbetreuung wirke insbesondere bei der Integration kontraproduktiv. "Wir fordern die Landesregierung auf, die Kommunen hier besser zu unterstützen. Symbolische Handlungen wie die Berufung einer türkischstämmigen Ministerin sind noch keine erfolgreiche Integrationspolitik", so Henneke.