
Schwarz-Gelb auf dem Abstellgleis
50.000 Menschen gehen gegen Atompolitik der Bundesregierung auf die Straße
Mit der Kampfansage "Mit Gorleben kommen sie nicht durch - Rote Karte für Atomkraft!" hat heute (Samstag) die bisher größte Protestkundgebung in der Geschichte des Gorleben-Widerstandes stattgefunden. Mehrere 10.000 Menschen kamen mit Zügen, PKW und mit mehr als 400 Bussen aus dem gesamten Bundesgebiet ins Wendland, um dort gegen den Castor-Transport und damit gegen die rückwärtsgewandte Energiepolitik der schwarz-gelben Bundesregierung zu protestieren. "Die Lobbypolitik von Merkel und Co. hat mehr Menschen als je zuvor ins Wendland gebracht, und es war zu spüren, dass der Unmut über das Demokratiedefizit dieses Ausstiegs aus dem vereinbarten Atomausstieg wächst", so die beiden Landesvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Stefanie Henneke und Anja Piel.
"Schwarz-Gelb muss diesen atompolitischen Blindflug beenden und auf Erneuerbare Energien setzen, statt die Laufzeiten zu verlängern und damit die Netze mit teurem und gefährlichem Atomstrom zu verstopfen", forderten die Grünen-Politikerinnen. "Die von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen organisierte und von einem breiten Bündnis unterstützte Kundgebung ist ein voller Erfolg, und wie erwartet sind die Proteste kreativ und friedlich. Wir sind überwältigt von der großen Solidarität für Niedersachsen aus dem gesamten Bundesgebiet", so Henneke. "Der Widerstand geht durch alle gesellschaftlichen Schichten. Schwarz-Gelb muss endlich akzeptieren, dass ein Großteil der Deutschen gegen Laufzeitverlängerungen ist! Außerdem haben wir weltweit nach wie vor kein genehmigtes sicheres Endlager für den bereits produzierten hochradioaktiven Atommüll; die Menge des Mülls jetzt noch zu erhöhen, ist ebenso fahrlässig wie verantwortungslos", ergänzte Piel.
Nach der Aufhebung des Moratoriums durch die schwarz-gelbe Bundesregierung werde Gorleben mit jedem Castor-Transport als Endlager für Atommüll weiter zementiert. Der Salzstock in Gorleben sei jedoch als Endlager völlig ungeeignet. "Wir Grüne fordern nach wie vor ein transparentes, ergebnisoffenes und vergleichendes Suchverfahren auf dem neusten Stand von Wissenschaft und Technik - finanziert von den Verursachern des Atommülls. Wir werden die Wendländer weiter in ihrem Protest unterstützen und beteiligen uns weiterhin an den friedlichen Sitzblockaden", kündigten die Landesvorsitzenden an.