2007
In diesem Jahr stehen die Vorbereitungen zur Landtagswahl 2008 auf der Agenda. Was liegt da näher, als eine Bilanz der schwarz/gelben Landesregierung vorzulegen? In der Juni-Ausgabe der GRÜNEN ZEITEN bilanzieren die niedersächsischen Grünen mit dem "schwarz/gelben Alphabet" von A wie Atomkraft bis Z wie Zwangsheirat insgesamt 84 Schwachpunkte der Regierung Wulff.
Im Juni stellen die Delegierten in Hitzacker ihre Landesliste erstmals mit einer Neuenquote auf, die besagt, dass mindestens jeweils einer von drei Listenplätzen mit einer Person zu besetzen ist, die noch nie dem zu wählenden Parlament angehört hat. Das Spitzenduo Ursula Helmhold und Stefan Wenzel führen die Liste an.
Bereits auf diesem Parteitag verabschieden die niedersächsischen Grünen einstimmig den Antrag "Atommüll raus aus Asse II!", mit dem sie die Bundesregierung auffordern, den atomaren Müll aus dem Atommülllager Asse II rückzuholen sowie für den in der Asse eingelagerten Müll und anderen in Deutschland produzierten Atommüll bundesweit nach der besten und sichersten Endlagerungsstätte zu suchen.
Im Oktober verabschieden die Delegierten mit überwältigender Mehrheit das Programm für die Landtagswahl 2008. Mit dem Leitsatz "JETZT. FÜR MORGEN." stellen die Grünen die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Programmatik. Für die Kampagne zur Landtagswahl werden die niedersächsischen Grünen für den Politikaward 2008 nominiert.
2008: Landtagswahl
Mit Ursula Helmhold und Stefan Wenzel als Spitzenteam und dem Wahlprogramm "JETZT. FÜR MORGEN." gehen die niedersächsischen Grünen am 27. Januar 2008 in die Landtagswahl und erzielen das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte. Ihr landesweit bestes Ergebnis bekommen die Grünen mit 21,1 Prozent in Göttingen-Stadt, die größten Gewinne verzeichneten sie in Lüneburg mit 16,8 Prozent (plus 3,8) und in Papenburg mit 5,4 Prozent (plus 2,6). Damit sind die Grünen mit nunmehr 12 Abgeordneten im Landtag vertreten.
Im April führen die niedersächsischen Grünen analog zur Bundespartei das neue Logo ein, das bis heute seine Gültigkeit hat.
Auf dem Landesparteitag im November in Wolfsburg stellen sich Niedersachsens GRÜNE für die Bundestagswahl 2009 auf und nominieren Brigitte Pothmer und Jürgen Trittin als Spitzenduo.
Im gleichen Monat erlebt die Anti-Atom-Bewegung ihre Renaissance: Die Proteste gegen Atomkraft vor dem Zwischenlager Gorleben sind so massiv wie seit 30 Jahren nicht mehr. Rund 16.000 Menschen aus der ganzen Bundesrepublik demonstrieren friedlich anlässlich des Atommüll-Transportes nach Gorleben. An den anschließenden Sitzblockaden beteiligen sich auch Mitglieder des Grünen Landes- und Bundesvorstandes sowie der Fraktionen.
2009: Es wird grüner!
Im Superwahljahr 2009 gehören die Grünen auch in Niedersachsen zu den Gewinnern: Bei der Europawahl im Juni werden die Grünen als drittstärkste Kraft im Parteienspektrum bestätigt und toppen mit 12,5 Prozent in Niedersachsen das ohnehin schon sehr gute bundesweite grüne Ergebnis von 12,1 Prozent. Bemerkenswert sind die Ergebnisse im Landkreis Lüchow-Dannenberg, Heimat der Spitzenkandidatin Rebecca Harms, mit 29,9 Prozent (2004: 26,8 Prozent), hier werden die Grünen zweitstärkste Partei. Neben Rebecca Harms zieht Jan Philipp Albrecht aus Wolfenbüttel für die niedersächsischen Grünen in das europäische Parlament ein.
Anfang September, kurz vor der Bundestagswahl, gehen in Berlin 50.000 Menschen, darunter zahlreiche Grüne auch aus Niedersachsen, gegen Atomkraft auf die Straße. Zwar können die Grünen bei der Wahl am 27. September Schwarz-Gelb nicht verhindern, doch erreichen sie auch bei dieser Wahl sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene mit 10,7 Prozent (Details) ihr historisch bestes Ergebnis Die niedersächsischen Grünen stellen mit nunmehr sieben Abgeordneten zwei mehr als in der letzten Legislaturperiode.